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Markt

Sourcing intern aufbauen oder mandatieren — der ehrliche Kostenvergleich (2026)

Von Samuel Obermeier·Stand August 2026·Lesezeit 10 Min·Markt
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Die Frage hinter der Frage

Wer über eigenes Sourcing nachdenkt, vergleicht meist ein Jahresgehalt mit einer Mandatsgebühr. Das ist die falsche Gegenüberstellung. Ein Gehalt kauft Arbeitszeit; ein Sourcing-Mandat kauft Zugang. Der Unterschied zwischen beidem ist nicht der Preis, sondern die Zeit bis zum ersten Ergebnis.

Das gilt umso mehr, seit sich der Markt verschoben hat: Off-Market-Prozesse kommen mit rund 67 Prozent zum Abschluss gegenüber etwa 40 Prozent bei öffentlich vermarkteten Objekten 9. Der Zugang zu diesen Prozessen ist keine Frage der Stellenbeschreibung, sondern der über Jahre gewachsenen Kontakte.

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Was eine interne Stelle wirklich kostet

Die Lohnnebenkosten für Arbeitgeber liegen 2026 bei etwa 21 bis 25 Prozent des Bruttogehalts 12. Dahinter stehen die Arbeitgeberanteile zur Krankenversicherung mit 7,3 Prozent zuzüglich rund 1,45 Prozent Zusatzbeitrag, zur Rentenversicherung mit 9,3 Prozent, zur Arbeitslosenversicherung mit 1,3 Prozent und zur Pflegeversicherung mit 1,7 Prozent 13.

Das ist aber nur die Sozialversicherungsseite. Rechnet man alle direkten und indirekten Kosten ein, liegen die Gesamtkosten eines Mitarbeiters beim 1,5- bis 1,7-Fachen des Bruttogehalts 5. Regelmäßig vergessen werden bezahlter Urlaub mit rund zwölf Prozent Aufschlag, Feiertage, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Arbeitsmittel, Weiterbildung und betriebliche Altersvorsorge 5.

1,5–1,7×
Faktor, um den die Gesamtkosten eines Mitarbeiters über dem Bruttogehalt liegen, wenn alle direkten und indirekten Kosten eingerechnet sind. Die reinen Lohnnebenkosten machen davon nur 21 bis 25 Prozentpunkte aus.
Lohnnebenkosten 2026, Arbeitgeber-Gesamtkosten [1][5]
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Der Posten, der in keiner Personalkostenrechnung steht

Eine neue Stelle produziert nicht ab dem ersten Tag Deal Flow. Sie produziert zuerst Gespräche, Datenbankeinträge und Termine. Bis ein Netzwerk aus Entwicklern, Aufteilern und Bestandshaltern so weit trägt, dass Objekte vor der öffentlichen Vermarktung angeboten werden, vergehen erfahrungsgemäß sechs bis zwölf Monate — in dieser Zeit laufen die Vollkosten weiter.

  • Rekrutierung. Bis zur Besetzung vergehen Monate, bei Personalberatung kommen übliche Honorare in Höhe eines großen Teils des Jahresgehalts hinzu.
  • Einarbeitung. Objektarten, Ankaufsprofil, interne Prüflogik — das ist Arbeit auf Ihrer Seite, nicht nur auf seiner.
  • Netzwerkaufbau. Kontakte entstehen nicht über Anschreiben, sondern über Referenzen und Verlässlichkeit über mehrere Zyklen.
  • Schlüsselpersonenrisiko. Geht die Person, geht das Netzwerk mit — der Aufbau beginnt von vorn.
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Was ein Mandat leistet — und was nicht

Ein Sourcing-Mandat kauft ein bestehendes Netzwerk und eine bestehende Prüflogik ein. Es liefert vom ersten Monat an Vorlagen statt Aufbauarbeit und ist mit dem Ende der Laufzeit auch wieder beendet — ohne Kündigungsfristen, Abfindungen oder eine Stelle, die man nicht mehr braucht.

Was es nicht leistet: Es baut kein Wissen im eigenen Haus auf. Wer die Marktkenntnis dauerhaft intern haben will, bekommt sie über ein Mandat nicht. Und ein Mandat ersetzt kein Ankaufsprofil — ohne schriftliche Kriterien liefert auch der beste Sourcing-Partner an der Sache vorbei, wie der Beitrag warum Ankaufsmandate am Profil scheitern zeigt.

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Die Nachteile des Mandats, offen benannt

  1. Das Netzwerk gehört nicht Ihnen. Endet das Mandat, endet der Zugang. Das ist der ehrlichste Nachteil und der wichtigste.
  2. Abhängigkeit von einer Adresse. Wer exklusiv mandatiert, verzichtet bewusst auf Parallelquellen — das ist die Bedingung, unter der sich Vorarbeit rechnet, aber es bleibt eine Abhängigkeit.
  3. Kein Aufbau interner Kompetenz. Ihr Haus lernt den Markt nicht selbst kennen, sondern konsumiert Vorlagen.
  4. Qualität hängt am Menschen. Wie bei einer Anstellung auch — nur ohne Probezeit im arbeitsrechtlichen Sinn.

Wer diese vier Punkte nicht akzeptieren will, sollte intern aufbauen und die Anlaufzeit einplanen. Das ist kein schlechterer Weg — nur ein langsamerer und anfangs teurerer.

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Der dritte Weg: intern steuern, extern sourcen

In der Praxis funktioniert häufig eine Aufteilung der Rollen. Intern bleibt, wer das Profil verantwortet, Vorlagen bewertet und die Ankaufsentscheidung vorbereitet — extern liegt die Suche und Vorprüfung. Das hält die Entscheidungshoheit im Haus, ohne dass eine ganze Stelle für Netzwerkaufbau finanziert werden muss.

Diese Variante hat einen weiteren Vorteil: Sie zwingt zur schriftlichen Fixierung der Kriterien. Wer extern sourcen lässt, muss formulieren, was er sucht — und genau daran scheitern viele interne Prozesse still.

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Die drei Wege im Vergleich

KriteriumInterne StelleMandatHybrid
Zeit bis zum ersten Deal Flow6–12 Monateab dem ersten Monatab dem ersten Monat
Kostenstrukturfix, dauerhaftfix, befristetfix plus anteilig
Wissensaufbau im Haushochgeringmittel
AbhängigkeitSchluesselpersonSourcing-Partnergeteilt
Skalierbarkeitüber weitere Stellenüber Mandatsumfangflexibel
BeendigungKündigungsfristenLaufzeitendeLaufzeitende
Zugang zu Off-Marketmuss aufgebaut werdenvorhandenvorhanden
Tabelle seitlich verschieben
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Die ehrliche Rechnung über vierundzwanzig Monate

Rechnen wir den Vergleich sauber durch. Die Gehaltsannahme ist ausdrücklich eine Annahme — ersetzen Sie sie durch Ihren Wert, die Systematik bleibt gleich.

Der Zeitvorsprung ist dabei kein weicher Faktor. In sechs Monaten Anlaufzeit entgehen Ihnen die Objekte, die in diesem Fenster angeboten wurden. Ob das teurer ist als die Differenz der Kostenpositionen, hängt davon ab, wie viele Ankäufe Sie in dieser Zeit realisiert hätten — eine Zahl, die nur Ihr Haus kennt.

Die richtige Frage lautet deshalb nicht: Was ist billiger? Sondern: Wollen wir Marktzugang mieten oder besitzen — und können wir uns die Aufbauzeit leisten, die Besitz kostet? Wer mieten will, findet die Bedingungen unter Ankaufsmandat für Family Offices und Fonds. Alle Marktbeiträge sammeln wir unter Markt.

Häufige Fragen

Quellen

  1. [1]Lohnklar — Lohnnebenkosten 2026: Was ein Mitarbeiter kostet https://lohnklar.de/blog/lohnnebenkosten-2026
  2. [2]ZEP — Lohnnebenkosten 2026: Berechnung und Arbeitgeberanteile https://www.zep.de/blog/lohnnebenkosten
  3. [3]sevdesk — Lohnnebenkosten als Arbeitgeber 2026: Berechnung und Höhe https://sevdesk.de/ratgeber/buchhaltung-finanzen/lohnbuchhaltung/lohnnebenkosten/
  4. [4]Taxmaro — Lohnnebenkosten Arbeitgeber 2026: Sätze und Beispielrechnung https://www.taxmaro.com/post/lohnnebenkosten-arbeitgeber-2026
  5. [5]Brutto-Netto-Rechner — Lohnnebenkosten 2026: Arbeitgeber-Gesamtkosten https://brutto-netto-rechner.digital/ratgeber/mitarbeiter-kosten-arbeitgeber-lohnnebenkosten-2026
  6. [6]StepStone — Gehälter Transaktionsmanager/in in Deutschland 2026 https://www.stepstone.de/gehalt/Transaktionsmanager-in.html
  7. [7]StepStone — Gehälter Akquisiteur/in in Deutschland 2026 https://www.stepstone.de/gehalt/Akquisiteur-in.html
  8. [8]GEHALT.de — Transaction Manager: Gehalt und Beruf https://www.gehalt.de/beruf/transaction-manager
  9. [9]HPBA — Off-Market-Studie: Off-Market-Segment weiter auf Wachstumskurs https://hpba.com/4-hpba-off-market-studie-off-market-segment-weiter-auf-wachstumskurs/
  10. [10]KINGSTONE Real Estate — Family Office Real Estate Report 2025 https://www.kingstone-re.com/wp-content/uploads/2025/10/2025_10_16_PM_KINGSTONE-RE-Family-Office-Real-Estate-Report.pdf
SO
Samuel ObermeierObermeier Capital · München

Beschafft mandatiert bonitätsgeprüfte Käufer für Wohneinheiten, Objekte für Family Offices und Fonds sowie Mezzanine-Kapital für Projektentwickler.

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