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Kapitalanlage

Warum Ankaufsmandate am Profil scheitern — und wie eins aussieht, das liefert (2026)

Von Samuel Obermeier·Stand August 2026·Lesezeit 11 Min·Kapitalanlage
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Der Markt ist da, die Objekte auch — trotzdem passiert nichts

Immobilien sind für Family Offices im DACH-Raum keine Beimischung. Nach dem KINGSTONE Family Office Real Estate Report 2025, für den 32 Family Offices befragt wurden, entfallen im Schnitt 56,5 Prozent des Nettovermögens auf Immobilien; die zweitwichtigste Assetklasse, Aktien, kommt auf 19,4 Prozent 1. 81,4 Prozent davon werden direkt gehalten, 59,4 Prozent der Befragten nutzen Joint Ventures, 40,6 Prozent Club Deals 1.

56,5 %
Anteil der Immobilien am Nettovermögen von Family Offices im DACH-Raum. 81,4 Prozent davon sind Direktinvestments — Immobilien sind das Rückgrat der Allokation, nicht die Beimischung.
KINGSTONE Family Office Real Estate Report 2025 [1]

Auch der Markt liefert. Im ersten Halbjahr 2026 lag das Transaktionsvolumen in Deutschland je nach Erfassungsmethodik zwischen 16,2 und 17,6 Milliarden Euro und damit deutlich über dem Vorjahr 34. Family Offices und Privatinvestoren stehen für rund 14 Prozent aller Immobilienkäufe 5. Es fehlt also weder an Kapital noch an Objekten.

Und trotzdem berichten viele Häuser dasselbe: Es kommt viel, es passt wenig, und am Jahresende steht ein Ankauf, der auch ohne Mandat zustande gekommen wäre. Die Ursache liegt fast nie im Markt. Sie liegt im Profil.

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Was ein Ankaufsprofil ist — und was dafür gehalten wird

In den meisten Erstgesprächen klingt das Profil so: Wohnen, gerne auch Wohn- und Geschäftshaus, A- und gute B-Lagen, ab fünf Millionen, opportunistisch sind wir auch offen. Das ist kein Profil. Das ist eine Beschreibung des Marktes.

Das erklärt auch, warum die Assetklassen-Verteilung in der Praxis so klar ist und in Gesprächen trotzdem so unscharf bleibt: Wohnen führt mit 37,5 Prozent der Immobilienanlagen, gefolgt von Büro mit 25,0 Prozent, Wohn- und Geschäftshäusern mit 12,8 Prozent und Retail mit 6,3 Prozent 1. Wer im Profil alle vier nennt, hat nichts festgelegt.

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Fehler eins — das zu breite Profil

Das breite Profil fühlt sich sicher an: Man verpasst nichts. Tatsächlich verlagert es die Arbeit nur nach hinten. Statt dass der Sourcing-Partner aussortiert, sortiert das eigene Haus aus — und zwar an der teuersten Stelle, nämlich nach der Vorlage.

  • Symptom: Es kommen viele Objekte, aber die Zusagequote liegt nahe null.
  • Symptom: Interne Diskussionen drehen sich um die Frage, ob etwas überhaupt ins Profil gehört, statt um den Preis.
  • Symptom: Dieselbe Absage-Begründung taucht immer wieder auf — ein sicheres Zeichen, dass ein Kriterium fehlt, das nie schriftlich wurde.
  • Folge: Die Prüfkapazität wird von Objekten verbraucht, die nie in Frage kamen.
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Fehler zwei — das zu enge Profil

Der Gegenfehler ist seltener, aber teurer, weil er unsichtbar bleibt: Es kommt nichts, und niemand weiß, ob das am Markt liegt oder am Filter. Typisch ist die Kombination aus enger Region, hoher Renditeanforderung und niedriger Ticketgröße — drei Bedingungen, die sich gegenseitig ausschließen können, ohne dass es beim Aufsetzen auffällt.

Erschwerend kommt eine Marktbewegung dazu: Family Offices verschieben sich zu weniger, dafür größeren Transaktionen. Die weltweite Zahl der Deals fiel von über 17.000 im zweiten Halbjahr 2021 auf unter 7.200 bis Mitte 2025 67. Wer sein Profil unverändert aus der Boomphase übernimmt, filtert heute auf einen Markt, den es so nicht mehr gibt.

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Die sechs Parameter, die ein Profil tragen

Ein Profil, mit dem ein Sourcing-Partner arbeiten kann, legt sechs Dinge schriftlich fest. Nicht mehr — aber diese sechs eindeutig.

ParameterZu breit klingt soTragfähig klingt so
Assetklasse„Wohnen, gern auch gemischt“Wohnen ab 20 Einheiten, WGH nur mit Wohnanteil über 70 Prozent
Ticketgröße„ab fünf Millionen“8 bis 25 Mio. je Objekt, Jahresvolumen bis 60 Mio.
Region„A- und gute B-Städte“Namentlich genannte Städte plus definierter Umkreis
Struktur„Direkt oder Beteiligung“Direktankauf; JV nur mit Mehrheit und Kontrollrechten
Zustand„auch mit Potenzial“Vermietet, Instandhaltungsstau bis X Euro pro Quadratmeter
Ausschlussfehlt meistKein Erbbaurecht, kein Denkmal, keine Insolvenzmasse
Tabelle seitlich verschieben

Auffallend ist, dass die ersten fünf Zeilen in fast jedem Gespräch vorkommen — und die sechste fast nie.

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Der unterschätzte Teil: die Ausschlusskriterien

Ausschlusskriterien sind der Teil des Profils, der am meisten Zeit spart, weil er ohne Rücksprache wirkt. Sie sind auch der Teil, der am ehesten aus Erfahrung entsteht statt aus Strategie — und deshalb oft nur im Kopf des Entscheiders existiert.

  1. Rechtliche Konstellationen, die Sie grundsätzlich nicht anfassen: Erbbaurecht, Nießbrauch, ungeklärte Teilungserklärungen.
  2. Herkunft des Objekts, etwa aus einer Insolvenzmasse — hier lohnt der Blick auf Anfechtungsrisiken, bevor geprüft wird.
  3. Mieterstruktur, die Sie ausschließen: Gewerbeanteil über einer Schwelle, Einzelmieter mit zu hohem Anteil, kurze Restlaufzeiten.
  4. Bauliche Ausschlüsse: Denkmalschutz, bestimmte Baujahre, bekannte Schadstoffthemen.
  5. Prozessuale Ausschlüsse: Bieterverfahren, gesetzte Fristen unter X Wochen, Objekte ohne vollständigen Datenraum.

Wer bei der Prüfung eines konkreten Objekts systematisch vorgehen will, findet die Gegenprobe in unserer Due-Diligence-Checkliste mit zehn Prüfpunkten.

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Warum das Profil ohne Rückmeldung nicht schärfer wird

Ein Profil ist beim Aufsetzen nie fertig. Es wird durch Absagen präzise — vorausgesetzt, die Absagen kommen mit Begründung zurück. Genau das ist in der Praxis der häufigste Bruch: Vorlagen gehen raus, es kommt keine oder nur eine pauschale Rückmeldung, und der Sourcing-Partner rate weiter.

Ein zweiter Effekt kommt hinzu: Wer strukturiert zurückmeldet, bekommt schneller die besseren Objekte. Off-Market-Prozesse kommen mit rund 67 Prozent zum Abschluss gegenüber etwa 40 Prozent bei öffentlich vermarkteten Objekten 8 — wer als verlässlicher Ansprechpartner gilt, wird zuerst gefragt.

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Die ehrliche Rechnung — was ein unscharfes Profil kostet

Die Kosten eines unscharfen Profils tauchen in keiner Rechnung auf. Sie stecken in der Prüfzeit. Die Annahmen stehen offen dabei, damit Sie sie durch Ihre eigenen ersetzen können.

Der größere Schaden ist nämlich der andere: Während die Prüfkapazität mit unpassenden Vorlagen ausgelastet ist, geht das eine Objekt, das gepasst hätte, an jemanden, der schneller entscheiden konnte.

Die richtige Frage lautet deshalb nicht: Wie bekommen wir mehr Objekte vorgelegt? Sondern: Woran genau erkennt unser Sourcing-Partner, dass er ein Objekt gar nicht erst schicken soll? Wer das schriftlich beantworten kann, hat ein Profil — und damit die Grundlage für ein exklusives Ankaufsmandat im DACH-Raum. Wie sich Kapital mit anderen bündeln lässt, steht im Beitrag zu Club Deals; alle Beiträge für Kapitalgeber sammeln wir unter Kapitalanlage.

Häufige Fragen

Quellen

  1. [1]KINGSTONE Real Estate — Family Office Real Estate Report 2025 (Pressemitteilung, 32 befragte Family Offices) https://www.kingstone-re.com/wp-content/uploads/2025/10/2025_10_16_PM_KINGSTONE-RE-Family-Office-Real-Estate-Report.pdf
  2. [2]KINGSTONE Real Estate — Family Office Real Estate Report 2025 (Zusammenfassung) https://www.kingstone-re.com/kingstone-family-office-real-estate-report-2025-with-a-ratio-of-about-56-percent-real-estate-constitutes-the-backbone-of-the-asset-allocation/?lang=en
  3. [3]JLL — Investmentmarktüberblick Deutschland Q2 2026 https://www.jll.com/de-de/insights/market-dynamics/germany-investment
  4. [4]CBRE — Immobilieninvestmentmarkt legte im ersten Halbjahr zu (H1 2026) https://www.cbre.de/press-releases/immobilieninvestmentmarkt-legte-im-ersten-halbjahr-zu
  5. [5]Listenchampion — Die aktivsten Immobilieninvestoren Deutschlands: Wer kauft in H1 2026? https://www.listenchampion.de/die-aktivsten-immobilieninvestoren-deutschlands-wer-kauft-in-h1-2026/
  6. [6]PwC — Global Family Office Deals Study 2025 https://www.pwc.de/de/mittelstand/pwc-global-family-office-deals-study.html
  7. [7]private banking magazin — Family Offices setzen auf größere Deals statt Volumen (PwC-Studie 2025) https://www.private-banking-magazin.de/family-offices-strategischer-wandel-groessere-deals-pwc-studie-2025/
  8. [8]HPBA — Off-Market-Studie: Off-Market-Segment weiter auf Wachstumskurs https://hpba.com/4-hpba-off-market-studie-off-market-segment-weiter-auf-wachstumskurs/
  9. [9]Catella — Market Tracker Family Offices https://www.catella.com/globalassets/global/mix-germany-corporate-finance/catella_mt_family_offices.pdf
  10. [10]CBRE — Deutschland Wohnungsmarkt Q2 2026 https://www.cbre.de/insights/figures/deutschland-wohnungsmarkt-q2-2026
SO
Samuel ObermeierObermeier Capital · München

Beschafft mandatiert bonitätsgeprüfte Käufer für Wohneinheiten, Objekte für Family Offices und Fonds sowie Mezzanine-Kapital für Projektentwickler.

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Ein Profil, mit dem sich ablehnen lässt.

Wir setzen das Ankaufsprofil schriftlich auf, sourcen im DACH-Raum danach und legen vorgeprüft vor — einschließlich dessen, was gegen den Ankauf spricht. Exklusiv mandatiert, nicht parallel an mehrere Adressen.

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Unterlage zum Mitnehmen

Die Vorlage zu diesem Beitrag

Zwölf Parameter mit Feldern zum Ausfüllen — und zu jedem die Begründung, warum ein Sourcing-Partner die Angabe braucht. Ausgefüllt können Sie die Datei jedem Partner geben, auch einem anderen als uns.

Was drinsteht

  • Struktur, Ticketgröße, Rang und Sicherheitenanspruch
  • Regionen, Nutzungsarten und die Ausschlüsse, die am meisten Zeit sparen
  • Renditeanforderung — und warum die Zahl ohne die Messgröße wertlos ist
  • Entscheidungsweg und Fristen: warum Sie sonst gar nicht erst gefragt werden
  • Fünf Punkte, die Sie von einem Sourcing-Partner verlangen sollten
PDF · 10 Seiten · kostenlos

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